KW 12 - Jura-Götter und Taschenrechner-Panik
Moin zusammen!
Diese Woche gibt es jede Menge handfeste Taschenrechner-Panik aus r/Studium, einen traurigen Reality-Check für internationale Studierende in Deutschland und eine dicke Jubiläumsfeier bei den E-Technikern der TUM.
18 Punkte im Jura-Staatsexamen? Ein normaler Dienstag in Potsdam.
Normalerweise gilt im Jura-Studium das ungeschriebene Gesetz: 4 Punkte sind bestanden, 9 Punkte das begehrte "Prädikatsexamen" und alles darüber hinaus ein unerreichbarer, akademischer Mythos. Doch ein 23-jähriger Student von der Uni Potsdam hat nun das Unmögliche geschafft: Im ersten Staatsexamen holte er sowohl in der schriftlichen Zivilrechtsklausur als auch in der mündlichen Prüfung die absolute Höchstpunktzahl von 18 Punkten, wie die Märkische Allgemeine berichtet.
Sein Erstkorrektor, ein Richter am Oberlandesgericht, schrieb dazu:
Ich verneige mich vor der Leistung des Verfassers und vergebe das Höchstprädikat.
Wichtigster Lerntipp von ihm: Die juristische Methodik wirklich verstehen, statt nur blind auswendig zu lernen. Jetzt widmet er sich nach den Strapazen laut eigenen Aussagen aber erstmal wieder Serien wie "Bridgerton". Ihr findet seinen Instagram-Account inklusive Lerntipps hier: https://www.instagram.com/ron_strassburg/
New Fear Unlocked: Wenn der Casio stirbt
Kommen wir zu den etwas alltäglicheren Sorgen des Studi-Daseins: Der guten alten Prüfungsangst. In einem Post auf r/Studium fragt ein User dazu voller Panik:
Habt ihr auch Angst, dass euer Taschenrechner in der Klausur leer geht?
Die Kommentare unter dem Post zeigen, dass er dabei definitiv kein Einzelfall ist. Die Reaktionen reichen von "Meiner läuft seit der Oberstufe" (so halte ich es auch) bis zu Paranoia-Beichten wie "Ich habe zur Sicherheit immer 2 bis 3 Stück dabei". Ein User berichtet sogar von einer Kommilitonin, die vor der Klausur gleich sieben Taschenrechner nebeneinander in der Sonne auflud.
Etwas dunklere Ecken des Hochschulsystems beleuchtet ein aktueller Bericht der Deutschen Welle, der momentan extrem heiß diskutiert wird. Es geht um indische Studierende, die von Vermittlungsagenturen an teure private Hochschulen in Deutschland (wie beispielsweise die IU) gelockt werden - oft mit völlig überzogenen Versprechungen auf einfache englischsprachige Bürojobs und goldene Bleibeperspektiven.

Die Realität auf dem deutschen Arbeitsmarkt sieht jedoch oft anders aus: Ohne fließende Deutschkenntnisse landen viele als Lieferfahrer im Niedriglohnsektor und stecken in einem belastenden Teufelskreis aus enormen Schulden und Erschöpfung fest. Im r/Studium-Subreddit mischen sich Mitleid für die Betroffenen und harte Kritik an den räuberischen Praktiken mancher Privatunis mit der nüchternen Meinung, man hätte sich mit etwas Google-Recherche vorab besser informieren müssen. Ein extrem komplexes Thema rund um Bildungskommerz und gescheiterte Integration.

Zum Abschluss noch was zum Feiern: Die Technische Universität München (TUM) feiert stolze 150 Jahre Elektro- und Informationstechnik. Im Jahr 1876 begann hier alles mit einer Vorlesung zur "elektrischen Telegraphie".
Heute, 150 Jahre später, forscht man an der Fakultät an Wearables, die aus Schweiß Krankheitserreger herauslesen, misst mit dem eigenen "MUCCnet" städtische Treibhausgase auf den Meter genau und bastelt an winzigen Nano-Saiten für die Quantensensorik. Wer hätte vor 150 Jahren gedacht, womit sich die Erstis da heute rumschlagen dürfen?
Das war's für diese Woche auch schon!
Cheers,