KW 8 - Reise nach Jerusalem
Gehörst du auch zu den Frühaufstehern, die schon um 08:00 Uhr mit dem Kaffee in der Hand vor der Bibliothek warten, nur um einen Platz mit Steckdose zu ergattern? Dann bist du nicht allein. Pünktlich zur Prüfungsphase platzen die Bibs an Unis in ganz Deutschland wieder aus allen Nähten.
Ein Beispiel dafür ist Leipzig: Wie die LVZ berichtet, sind die Bibliotheken dort so überfüllt, dass Studierende teilweise auf dem Boden lernen müssen. Die Uni hat das Problem erkannt und plant, die Kapazitäten aufzustocken, doch bis dahin wird es noch etwas dauern.
Ich habe den Artikel auch auf r/Studium geteilt und es sieht laut Kommentaren kaum irgendwo besser aus - lediglich an kleineren Hochschulen und Fachbibliotheken scheint die Lage noch entspannt zu sein.

Wenn ihr euch nun fragt, warum man nicht zu Hause lernt, sondern sich in die überfüllte Bib zwängt, zeigt dieser Post so einige gute Gründe dafür.

Apropos „lange in der Uni bleiben“: Es gibt einen schmalen Grat zwischen „sich Zeit lassen“ und „Wohnzimmer besetzen“. Ein Student hat es jetzt amtlich übertrieben. Nach 68 Semestern wurde ihm das Wohngeld gestrichen. So erging es jüngst einem Studenten, der seit 1985 28 Jahre lang Volkswirtschaftslehre studierte und dann 2023 ein Studium der Klassischen Philologie begann. Das Gericht entschied: Wer so lange studiert, ohne einen Abschluss in Sicht zu haben, missbraucht das Sozialsystem. Also: Lasst euch Zeit, aber vielleicht keine vier Jahrzehnte.

Falls ihr noch keine Langzeitstudenten seid, sondern noch nach einem Studiengang sucht, dann überlegt euch die Uniwahl am besten zweimal. Auf r/Studium ging letzte Woche ein Post eines unzufriedenen Studenten der IU Internationale Hochschule viral, der sich über den Umgang der Fachhochschule mit ihm beschwert.
Rückblickend muss ich sagen, dass die 8.000€ kaum gut investiert waren. Die Skripte im Finanzmanagement waren oberflächlich, didaktisch schwach und ohne echte Praxisübungen. Man wird mit komplexen Themen völlig allein gelassen.
Passend dazu hat der SPIEGEL heute einen Artikel veröffentlicht. Der Vorwurf von Studierenden und sogar Mitarbeitern: Bildung als reines Geschäftsmodell, bei dem Wachstum und Profit wichtiger sind als gute Lehre. Die Kommentare unter dem Artikel bestätigen, dass der Ruf der privaten Hochschule ziemlich angekratzt ist.
Zum Abschluss noch ein paar lustigere Stories über das Lustigste, was in Uni-Hörsälen passiert ist:

Bis dahin viel Erfolg in der Klausurenphase und bis nächste Woche!