KW 21 - Warum 26% der KI-Junkies betrügen und Unis es trotzdem erlauben sollten
Moin zusammen und willkommen zur KW 21 bei StudiumWeekly! Diese Woche haben wir echten Hollywood-Stoff für euch: Von geheimen Agenten an deutschen Unis, eskalierenden hochschulpolitischen Konflikten und der Frage, ob wir mittlerweile alle von ChatGPT abhängig sind. Let’s go!
Die Hausarbeit komplett von ChatGPT schreiben lassen? Laut einer gigantischen neuen Studie der UC Berkeley (mit über 95.000 befragten Studierenden!) ist das für viele Studierenden gängige Praxis.
Rund zwei Drittel der Befragten nutzen GenAI, fast 40 % sogar monatlich. Das Problem: Die Studie zeigt einen klaren „Slippery Slope“. Je häufiger Studierende KI nutzen, desto eher neigen sie dazu, damit auch zu betrügen. Von Denjenigen, die KI monatlich nutzen, geben 7% an mit der Hilfe von AI betrogen zu haben. Bei den täglichen Nutzern sind es sogar 26%! Die Folgen davon haben wir bereits im Newsletter der KW 14 besprochen.
Studienautor Igor Chirikov warnt Universitäten jedoch vor pauschalen KI-Verboten. Der Grund? Arbeitgeber fordern diese Skills mittlerweile! Besonders alarmierend ist auch die soziale Komponente: Studierende aus einkommensschwächeren Haushalten nutzen KI laut der Studie seltener. Wer sich also die teuren Premium-Tools nicht leisten kann, droht später auf dem Arbeitsmarkt den Kürzeren zu ziehen.
Stellt euch vor, euer Prof oder Post-Doc forscht an cooler neuer KI oder Luftfahrttechnik – und plötzlich klopft der chinesische Geheimdienst an. Genau so ein Spionage-Krimi hat sich gerade in München abgespielt. Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, wurde ein Ehepaar festgenommen, das gezielt deutsche Wissenschaftler (unter anderem an der RWTH Aachen) für China ausspioniert haben soll.
Die Masche der mutmaßlichen Spione: Sie kontaktierten Forscher aus dem High-Tech-Sektor, deren Arbeit auch militärisch nutzbar ist, bauten Vertrauen auf und lockten sie unter falschen Vorwänden nach China. Die Bundesanwaltschaft hat nun durchgegriffen und Wohnungen durchsuchen lassen. Also: Augen auf bei der nächsten Einladung zu einer „exklusiven“ Konferenz im Ausland!
Kurzer Schwenk in die Welt der Pharmazie: In Freiburg fand kürzlich die 140. Bundesverbandstagung des BPhD (Bundesverband der Pharmaziestudierenden) statt. Über 145 Studierende debattierten dort nicht nur über wichtige Themen wie Social Pharmacy, sondern machten vor allem politisch Druck in eigener Sache. Unter der Kampagne „Studium reloading – Unser Studium braucht ein Update“ fordern sie vehement eine längst überfällige Novellierung ihrer Approbationsordnung.
Zum Abschluss noch handfester hochschulpolitischer Zoff aus Sachsen: Die Universität Leipzig hat offiziell Stellung bezogen, nachdem sie der Gruppe „Students for Palestine“ die Nutzung eines Hörsaals entzogen hatte. Der Grund? Die Gruppe wollte dort offenbar einen Boykott gegen israelische Partnerhochschulen beschließen – und das „im Namen der gesamten Studierendenschaft“. Das Rektorat zog die Reißleine:
Aus Sicht des Rektorats [...] ging es nun nicht länger um eine wissenschaftliche Auseinandersetzung [...] sondern um eine parteiische Stellungnahme und die Absicht, die Wissenschaftsfreiheit einzuschränken.“
Der Studierendenrat (StuRa) reagierte mit scharfer Kritik. Das Rektorat hat nun ein persönliches Klärungsgespräch angeboten.
Ich hoffe ihr habt hingegen ein friedliches langes Pfingstwochenende - trotz der hohen Temperaturen. Bis nächste Woche!