KW 23 - Promotion an der FH: Was sich mit dem neuen Hochschulgesetz in MV ändert
Moin,
heute geht es im Newsletter um das neue Hochschulgesetz Mecklenburg-Vorpommerns (MV), der Fortführung des Dramas um die BAföG-Erhöhung und um den Erfolg von Erasmus.
Am Mittwoch dieser Woche hat MV das neue Hochschulgesetz im Landtag verabschiedet. Dadurch wird es unter anderem möglich, an Fachhochschulen (jetzt Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) genannt) in bestimmten Bereichen zu promovieren. Neben einigen anderen Verbesserungen ist auch Open Access ein Teil dieser Gesetzesänderung. MVs Wissenschaftsministerin Martin sagt dazu:
Ziel ist es dabei, eine freie Zugänglichkeit (Open Access) und Nachnutzbarkeit von wissenschaftlichen Publikationen, publizierten Forschungsdaten und Kulturobjekten aus Mecklenburg-Vorpommern zu schaffen.
Kontroverser hingegen wurde die neue "Friedensklausel" diskutiert. So interpretierte die CDU diese als unpassend zum sonstigen Handeln der Landesregierung und antimilitärisch. Das Wissenschaftsministerium wies diese Vorwürfe zurück, da Forschung zu militärischen Zwecken explizit nicht ausgeschlossen ist.
Die Hochschulen orientieren sich in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Dienstleistung an dem Leitbild der Entwicklung einer friedlichen und nachhaltigen Welt. Sie reflektieren die Auswirkungen ihrer Forschungsarbeiten und deren Verbreitung mit einem tiefen Bewusstsein für ihre gesellschaftliche Verantwortung, insbesondere im Hinblick auf Anwendungen, die das friedvolle Miteinander beeinträchtigen könnten.
Apropos CDU und Hochschulpolitik: Wir haben bereits über die geplante Anpassung des BAföGs im Newsletter der KW 18 berichtet und letzte Woche auch über Spahns Gegenposition. Seine Forderung unterstützt nun auch die Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. So fordert sie, dass Studenten ja auch "nebenbei" arbeiten könnten. Sie selbst hat als Stipendiatin dies übrigens selber nicht getan sondern hat ihr Studium von der Hanns-Seidel-Stiftung bezahlt bekommen. Falls euch das ironisch vorkommen sollte, findet ihr unter dem entsprechenden r/Studium Post so einige passende Kommentare. Matthias Anbuhl, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Studierendenwerks (DSW), äußerte sich unter anderem wie folgt zu dieser Entwicklung:
Wenn die Ministerin erklärt, Studierende seien privilegiert, hat sie den Bezug zur Lebenswirklichkeit vieler Studierenden verloren. Laut Statistischem Bundesamt verfügt eine Hälfte der Studierenden im Monat über weniger als 930 Euro. Ein durchschnittliches WG-Zimmer in Deutschland kostet laut aktuellen Studien schon heute 512 Euro. Zwei Drittel der Studierenden, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, sind mit ihren Mietzahlungen laut Statistischem Bundesamt überfordert. Und die Wohnkostenpauschale bleibt – wenn die Koalition auf eine Anpassung des BAföG verzichtet – bis zum Jahr 2030 bei 380 Euro? Das kann keine ernsthafte Politik sein.
Wo der Staat allerdings viele Studierende unterstützt, ist im Ausland - und zwar durch das EU-Programm Erasmus+. Seit 1987 wurden über eine Millionen Studierende gefördert (bzw. werden es innerhalb des laufenden Förderzeitraums). Ich drücke dann mal die Daumen, dass hier der Rotstift nicht als Nächstes angesetzt wird.
Cheers und bis nächste Woche!